Saisonale Attraktionen in München

Das Faschingstreiben in München hat seinen Höhepunkt immer am Faschingsdienstag, wenn die Marktfrauen auf dem Viktualienmarkt die Münchner zum Tanz bitten. Am Aschermittwoch werden dann am Fischbrunnen auf dem Marienplatz die Geldbeutel gewaschen, was Wohlstand und Glück in finanziellen Dingen sicherstellen soll.

Ein sehr wichtiger Termin im Frühjahr ist der Starkbieranstich, der rund um den Josephitag (19.3.) zum Ende der Fastenzeit stattfindet. Aus diesem Anlass feiern viele Wirtshäuser und Brauereien zünftige Feste. Das berühmteste ist sicherlich der Starkbieranstich in München auf dem Nockherberg mit dem Politiker-„Derblecken“. Dabei werden herausragende politische Persönlichkeiten auf humoristische und ironische Weise imitiert und kritisiert. Seinen Ursprung hat diese Tradition schon im 15. Jahrhundert, als die Mönche in den Klöstern während der Fastenzeit ein besonders süffiges Bier brauten, da ja auf feste Nahrung verzichtet werden musste.

Auch in München feiern die hier lebenden Iren den Tag ihres Nationalheiligen (St. Patrick’s Day am 17.3). Nach einer Parade über die Leopoldstraße findet dann am Odeonsplatz ein Fest mit Tanzdarbietungen, Bands und der Segnung des Shamrock (Kleeblatt, das inoffizielle Nationalsymbol der Iren) statt.

Frühlingsfest – das kleine Oktoberfest

Auf dem Münchner Frühlingsfest (Ende April bis Mitte Mai mit wechselnden Daten) feiern sich die Münchner schon einmal warm für das Oktoberfest. Die so genannte kleine Schwester des größten Volksfestes der Welt, auch Kleine Wiesn genannt, bietet neben Fahrgeschäften und diversen Verkaufsständen auch zwei große Bierzelte, in denen wie auf der Wiesn am Eröffnungstag angezapft und allabendlich bei Livemusik gefeiert wird.

Dreimal jährlich findet die Auer Dult, ein traditioneller Jahrmarkt auf dem Mariahilfplatz im Münchner Stadtviertel Au statt. Die erste Dult des Jahres, die so genannte Maidult, wird um das erste Maiwochenende abgehalten. Die Jakobidult findet Ende Juli /Anfang August statt, und die Kirchweihdult liegt in der Woche nach Kirchweih (in Bayern 3. Sonntag im Oktober). Neben dem Jahrmarkttreiben der Auer Dult werden hier Kunstgegenstände, Antiquitäten, Kleidung, Haushaltszubehör, Kräuter und v.a. verkauft. Zudem gilt die Auer Dult als der größte Geschirrmarkt Europas. Der Ursprung der Dult geht bis ins Jahr 1310 zurück.

Ebenfalls eine lange Tradition hat der Münchner Kocherlball, der wohl erstmals 1880 stattfand. Jeden Sonntagmorgen bei schönem Wetter trafen sich bis zu 5000 Münchner Hausangestellte (Köchinnen, Laufburschen, Kindermädchen, Hausdiener usw.) zum Tanzen am Chinesischen Turm im Englischen Garten. Dies war nur ganz früh am Morgen möglich, da sie danach wieder arbeiten mussten. Im Jahre 1904 wurde die Veranstaltung dann aus „Mangel an Sittlichkeit“ verboten. Zum 200. Geburtstag des Englischen Gartens wurde 1989 erstmals wieder ein Kocherlball veranstaltet, der seit dem alljährlich am 3. Sonntag im Juli von 6 bis 10 Uhr stattfindet. Zur Musik von zwei Tanzkapellen kann man dann, möglichst gekleidet wie im 19. Jahrhundert, das Tanzbein schwingen und die einmalige Atmosphäre im Englischen Garten zu dieser frühen Uhrzeit genießen.

Das Tollwood Festival findet mittlerweile zweimal pro Jahr statt, einmal im Sommer von Ende Juni bis Ende Juli und noch einmal im Winter vom ersten Adventssonntag bis zum 23.12. Bei seinem Start im Sommer 1988 traten auf dem Tollwood vornehmlich lokale Künstler auf, mittlerweile sind aber schon zahlreiche internationale Musiker und Künstler hier aufgetreten. Das Konzept des Tollwood Festivals ist von drei Komponenten geprägt: einem Kulturprogramm aus Musik, Theater und Performances, bio-zertifizierter Gastronomie und dem Markt der Ideen. Die Grundidee der Veranstalter ist zudem ein Forum für Ökologie und Umweltbewusstsein zu schaffen. Es soll sowohl als Plattform für diese Themen dienen als auch als Impulsgeber für ökologische Projekte.

Highlight des Jahres

Der Höhepunkt des Münchner Jahres ist natürlich das Oktoberfest, auch das größte Volksfest der Welt genannt. Nirgendwo auf der Welt gibt es etwas vergleichbares, auch wenn mittlerweile vielerorts versucht wird, dieses zu kopieren. Das heute bekannte große Münchener Oktoberfest hat eine mehr als 200-jährige Geschichte. Es fand erstmals am 17. Oktober 1810 statt. Damals veranstaltete der Bankier und Major Andreas Michael Dall’Armi auf einer Wiese vor den Stadtmauern Münchens ein großes Pferderennen aus Anlass der Hochzeit von Kronprinz Ludwig und Prinzessin Therese am 12. Oktober 1810. In Anlehnung an die Braut heißt das Gelände seitdem Theresienwiese, woher auch die umgangssprachliche Bezeichnung Wiesn für das Oktoberfest stammt. Inzwischen zieht die Wiesn jährlich ca. 6 Millionen Besucher aus aller Welt an. Die Tradition dieses Festes versuchte man 2010 zum 200.Geburtstag mit einer kleineren Version, der Oiden Wiesn, direkt neben dem Oktoberfest wieder aufleben zu lassen. Es gibt hier historische Fahrgeschäfte und Schaubuden, ein speziell gebrautes Bier nach traditionellem Rezept aus dem 19. Jahrhundert und ein vergleichsweise kleines Bierzelt. Diese Idee wurde insbesondere von den Münchnern sehr positiv bewertet, so dass die Veranstaltung auch in den folgenden Jahren statt fand und weiterhin bestehen bleiben soll.

Der Winter in München

Der Abschluss des Münchner Kulturjahres sind die zahlreichen Weihnachtsmärkte in den Stadtvierteln. Der größte ist natürlich der Christkindlmarkt rund um den Marienplatz. Jeden Abend von 17.30 bis 18 Uhr gibt es hier auf dem Rathausbalkon Adventsmusik mit den unterschiedlichsten Interpreten. Vom ersten Adventssamstag bis zum 24.12. bieten zahlreiche Händler alles an, was zu Weihnachten gehört. Besonders sehenswert ist hierbei der Kripperlmarkt in der Neuhauser Straße, wo man nicht nur alles für eine echte Krippe kaufen kann sondern auch historische Krippen bewundern kann.